1957 Mord in Münster, Maria Rohrbach lebenslang zu Zuchthaus verurteilt und nach 4 Jahren wieder freigesprochen, 2005

Mehrteiler Justizirrtum Teil 4/4, Ein Film von Manfred Uhlig, ARD  24.01.2005 21:45

1957 Mord in Münster
In Münster wird die zerstückelte Leiche eines Mannes gefunden – nur der Kopf fehlt. Schnell gerät seine Frau ins Visier der Ermittler. Nach einem Indizienprozess wird sie zu lebenslanger Haft verurteilt, ihr Lebenswandel scheint dabei eine große Rolle gespielt zu haben. Zu Unrecht, wie sich später herausstellt…

Im Frühjahr 1957 wird im beschaulichen Münster an verschiedenen Stellen des Aasees die in Stücke geschnittene Leiche eines Mannes gefunden. Der Kopf fehlt. Es ist der Anstreicher Hermann Rohrbach.

Die Ehefrau des Toten, Maria, gerät sofort ins Visier von Polizei und Justiz und wird im April 1958 wegen Mordes zu Zuchthaus verurteilt: lebenslänglich!

Es ist ein Indizienprozess, in welchem der angeblich im Küchenherd verbrannte Kopf eine entscheidende Rolle spielt – und der Lebenswandel des „Besatzerliebchens“.

Doch eben dieser Kopf wird ein Jahr später in einem Bombentrichter gefunden. Vier lange Jahre bereits sitzt Maria Rohrbach hinter Gittern, dann gelingt dem Verteidiger die Wiederaufnahme des Verfahrens. 1961 wird sie schließlich freigesprochen. Gutachter und Sachverständige hatten auf skandalöse Weise versagt.

Der Mordfall erschütterte die deutsche Nachkriegsjustiz und führte zu Änderungen im Strafrecht und zur Neuregelung der Haftentschädigung.

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