Gerechtigkeit ist das Ziel der Justiz aber nicht im Einzelfall. Einem Rechtsstaat geht es hauptsächlich darum Urteile zu fällen, 01.02.2014

Spiegel.tv, Gefährliche Wahrheit, Wer kontrolliert die Justiz?
Moderatorin Tatjana Berg diskutiert mit ihren Gästen, der Gerichtsreporterin Giesela Friedrichsten vom Spiegel und dem Rechtsanwalt Ferdinand von Schirach über Urteile und Fehlurteile deutscher Justiz.

Rechtsanwalt von Schirach:
„Was schwer zu verstehen ist, ist dass die Aufgabe des Richters ist zu verurteilen und nicht gerecht zu sein.

Die Wahrheit, die bei Gericht ermittelt wird ist nicht die Wahrheit, die wir kennen, sondern es ist die strafprozessuale Wahrheit.“

Alle Gerichtsverfahren beschäftigen sich nicht mit der Frage ob der Angeklagte es war oder nicht, denn das steht in 80% aller Fälle zu Beginn des Verfahrens fest.
In allen Fällen wo nicht feststeht ob der Mann oder die Frau es war, da tut der Verteidiger auch gut daran den Mandanten nicht zu fragen.

Doch auch die Justiz ist nicht unbefreit von öffentlichem Druck. Unbefangenheit zu bewahren wird immer schwieriger.
…Am Ende steht der Freispruch für Kachelmann. Seine Karriere als TV-Moderator ist aber dennoch beendet.

…Die Jugendrichterin Christine Heisig beklagte stetig politische Unterstützung. Am Ende ist sie wohl auch daran gescheitert.

… Beweismittelverbot. Die Früchte des verbotenen Baums.

… und im Grunde lernt man auch ein bischen, dass die meisten Urteile ganz vernünftig sind.

…Der Strafprozess ist nicht dafür da, sich mit den Opfern zu beschäftigen und das ist eine bittere Wahrheit.

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