Unschuldige gibt es überall hinter Gittern. Faktoren, die zu falschen Urteilen beitragen

Das Innocent In Prison Project International (IIPPI) ist ein Medium, das Justizirrtümer im Strafrecht thematisiert. Justizirrtümer gehen jeden an. Wenn Unschuldige eingesperrt sind, sind die Schuldigen auf freiem Fuß und können weitere Verbrechen begehen. IIPPI illustriert Kriminalfälle mit mutmaßlich falschen Verurteilungen. Neben detaillierter Analyse bereichern öffentliche Dokumente, Audio- und Videomaterial diese Webseite. IIPPI ist seit 2004 eine informative und inspirierende Quelle für Studenten, Journalisten, Regierungsbeamte, Aktivisten und andere.

Unschuldige gibt es nicht nur im Todestrakt. Es gibt sie überall hinter Gittern. Leider kann nicht jede Verurteilung durch die Technologie des DNS (Englisch: DNA) Beweises geltend gemacht werden. Eine unbekannte Anzahl von Personen im Vollzug leiden an Unrecht hervorgerufen durch vermeintliche Zeugen, ungesetzlicher Polizei, (vom Gericht ernannte) Pflichtverteidiger, Staatsanwälte und Richter. Einer oder mehrere der folgenden Faktoren tragen typischerweise zu falschen Verurteilungen bei:

  • Fehlerhafte Identifizierung des Täters durch Opfer oder Augenzeugen
  • Fälschung oder „Fabrikation“ von Beweisen durch Polizisten, Laborangestellte und dergleichen
  • Übereifrige Staatsanwälte, denen Ruhm und Anerkennung mehr wert ist als Gerechtigkeit.
  • Pflichtverteidiger sind nicht immer erfahren im Strafrecht. Noch weniger Erfahrung hat so mancher Anwalt mit Mordfällen. So kommt es vor, dass z.B. überforderte Scheidungs- oder Konkursanwälte einen Klienten verteidigen müssen, dem die Todesstrafe droht.
  • Mangel an ordnungsgemäßen Polizeiermittlungen
  • Falsche Geständnisse, die körperlich oder psychologisch erzwungen worden sind
  • Meineid von Zeugen für den Staat
  • Sogenannten „Ratten“ (Umgangssprache für hinterlistige und lügende Mithäftlinge), Informanten und Mitangeklagten (Kronzeugen) wird erlaubt, vor Gericht gegen den Angeklagten auszusagen und für die (Falsch-) Aussage(n) vom Staatsanwalt in Form von „Nachsicht“ belohnt zu werden.
  • Kritiklose und ungeschulte Juroren wissen nicht, welche „Spielchen“ manchmal getrieben werden.
  • Ausschluß von anderen Tatverdächtigen
  • Entscheidungen vom Richter, der die Klägerseite begünstigt, weil er vielleicht selbst jahrelang Staatsanwalt gewesen ist.
  • Unmoralische Reporter, die absichtlich nur die Hälfte der „Story“ berichten. Sie üben Druck auf den Staat aus, jemanden strafrechtlich zu verfolgen, zu verurteilen und manchmal auch hinzurichten
  • Entscheidendes Beweismaterial verschwindet, wird zerstört und/ oder von der Verteidigung zurückgehalten
  • Aus Mangel an Ressourcen kann sich der Angeklagte keine Detektive und Experten leisten. Dank der Steuerzahler jedoch, hat die Staatsanwaltschaft alle Ressourcen zur freien Verfügung, eine Verurteilung zu „gewinnen“. Der finanziell Stärkere setzt sich durch.
  • Vorurteile gegen die Volksgruppe, Rasse, Religion, Nationalität, politischen oder persönlichen Ideen des Angeklagten
  • Erzwungene „Geständnisvereinbarungen“ durch das Anhäufen von Anklagepunkten seitens des Staatsanwalts, die ein wesentlich längeres Strafurteil und manchmal sogar die Todesstrafe zur Folge hätten
  • Die Immunität gegen einen Rechtsstreit, die der Staatsanwalt, Richter, Polizisten und Zeugen manchmal genießen, erlaubt es, dass diese Leute nicht für Meineid oder andere kriminelle Handlungen belangt werden können.
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