Deutschland „Paradies der Quacksalber“, idealer Standort für fragwürdige Mediziner mit Unterstützung der Justiz, Focus 17/2011, Seite 52

So heilt in Köln ein Arzt mit einer selbst gebastelten (und teuren) Anti-Krebs-Theraphie
…“Ich kann hier keine kontrollierte Studie duchführen. Erstens wäre das unethisch, und zweitens weiss ich nicht, wer das bezahlen sollte“, beantwortet Gorter die Frage nach wissenschaftlichen Belegen für seine Mixtur. Die Internet-Seite des MCC offeriert Berichte, die kaum über Einzelfallschilderungen hinausgehen, aber teilweise im Stil richtiger Studien geschrieben sind. Ein angeblich geheilter Patient, den Gorter Focus gegenüber namentlich nennt, taucht bei der Internet-Suche als Manager der MCC-Aussenstelle Kairo auf.
Den Trick mit den unzureichenden, daber selbstbewusst präsentierten Studien kennt der Berlinder Ärztefunktionär Günther Jonitz, der in der Bundessärztekammer für Qualitätssicherung zuständig ist, von manch einer Privatklinik zwischen Bodden und Berghang. „Einzelne Kollegen gehen leider an den Rand des Zulässigen.“Rechtliche Unterstützung erfahre Medizin an der Grenze zur Kurpfuscherei „regelmässig“ durch den Hinweis auf das Grundrecht der freien Berufsausübung und höchstrichterliche Urteile wie jenes, das Ärzten erlaubt, auf anderen Fachgebieten als dem gelernten tätig zu sein.
„Geschäfte mit der Angst“, sagt Jonitz, beschränkten sich zwar nicht auf die Medizin, seien aber auf diesem Gebiet „besonders verwerflich“.

Teilen auf:
Dieser Beitrag wurde unter Alle Artikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.