Künftige Anwälte des Rechts, des Staates und auch Richter mutieren im Jurastudium zu Egomonstern, 19.09.2013

Der Anwalt der Zukunft

…Sobald die Pforten auf sind, beginnt der Wettlauf: Wer sichert sich die besten Bücher zum Lösen der Hausarbeit?

Es wird gestürmt, geschoben, gedrückt. Hauptsache, man kann einen großen Haufen juristischer Fachliteratur auf seinem Platz horten. Dieses Phänomen lässt sich in allen juristischen Fakultäten in Deutschland beobachten. Zusätzlich zum Wettrennen werden die relevanten Bücher dann abends versteckt und sogar die entscheidenden Seiten aus den Auflagen herausrausgerissen. Handfeste Sachbeschädigungen und sogar Diebstahl: Künftige Anwälte des Rechts, des Staates und auch Richter mutieren im Jurastudium zu Egomonstern.

…Es zählt weder die Person als Ganzes, noch ihre soziale Kompetenz oder ihre individuellen Vorlieben und Interessen. Stärkere werden nicht dazu animiert, den Schwächeren zu helfen. Gemeinsam auf unterschiedliche Art und Weise an Lösungen zu arbeiten, unterschiedliche Wege und Geschwindigkeiten zuzulassen – das ist nicht gefragt.

Aber mit Wissen und guten Noten und Doktortiteln alleine wird man weder ein guter Anwalt, noch Richter – noch sonstwas. Ein Anwalt etwa, der nur den Mandanten und nicht den Menschen sieht, der sich nicht in den Gegenüber oder die Gegenseite hineinversetzen kann und nur gelernt hat, Paragrafen zu reiten – der mag derzeit vielleicht noch Erfolg haben. Ein guter und auf die Zukunft vorbereiteter Anwalt ist er deswegen noch lange nicht. …

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