Rechtsanwältin Claudia Grether spricht über Betreuung, Psychiatrie und Korruption in der Justiz, 17.10.2011



Und nun möchte ich zum zweiten Teil kommen und dass ist das man mal die Nerven verliert gerade beim vorsätzlichen oder fahrlässigen Justizirrtum. Dann verstehen Betroffene häufig nicht warum man Ihnen nicht glaubt oder warum das ganze jetzt abgeschmettert wird. Und leider Gottes kommt man als Prozsspartei oder Angeklagter auch mal an seelische Grenzen, wenn man die Nerven verliert und wenn man sich wehrt und wehrt.

Und dann gibt es leider Gottes auch immer wieder das Spiel dabei, das wird dann auch mal gerne benutzt zB.von dem Anwalt der Gegenseite, der dann schreibt, der ist ja nur noch ein Querulant und den müssen wir mal zum Nervenarzt schicken und untersuchen lassen ob der überhaupt noch Prozessfähig ist. Die Prozessfähigkeit ist gleichgeschaltet mit der Geschäftsfähigkeit.

Wenn dann eine Begutachtung erfolgt, die Richter machen es leider, sie machen es immer noch sobald so ein Antrag reinkommt. Dann werden die Psychiater und Psychologen mit eingeschaltet und dann wird geprüft ob dann der Betroffene krank ist. Und dieser Psychiater, der da zwischen rauscht kann für den Betroffenen ganz böse enden. Denn, wenn man feststellt er ist krank und bekommt eine solche Diagnose, dann hat er alle seine Prozesse von vornherein schon verloren. Er wird dann durchgeurteilt und ist schuldig und kann sich dagegen auch nicht mehr wehren, weil er ist Geschäftsunfähig.

Und das mit den Nervern verlieren erfolgt dann auch noch in anderen Ebenen. Zum Verlust der Geschäfts- und Prozessfähigkeit kann es nicht nur durch einen Justizirrtum, sondern auch durch andere Lebenskrisen kommen. Wenn dann noch etwas dazu kommt und zB. der Nachbar erklärt, der läuft ja nur noch besoffen rum oder streitet sich, dann droht das sogenannte Betreuungsrecht und das ist ein Rechtsgebiet zu dem ich sagen muss, dass ist das aller mörderischte was wir überhaupt haben.

Dieses Betreuungsrecht funktioniert einfach nur mit einem Hinweis an die Stadt oder an das Gericht, dass jemand nicht mehr ganz richtig ticken soll und dann kommt die ganze Maschinerie zu gange. Es kommt dann eine gerichtliche Aufforderung zum Gericht in einem Anhörungsverfahren mit der Frage, sollen wir denjenigen untersuchen lassen. Das fängt dann erstmal ganz harmlos an und wer das nicht weiss der folgt dann dieser gerichtlichen Aufforderung auch noch und geht dann zu dem sogenannten Gutachter, lässt sich dann untersuchen und wundert sich warum er so fürchterlich krank wieder rauskommt.

Dh. wenn man Aufgefordert wird sich auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen, dann muss man das ablehnen und darf es auf keinen Fall tun wobei gleich dazu gesagt werden muss, dass das dann auch mit einer gewaltsammen Vorführung enden kann. Und wir haben hier wirklich Fälle, da werden die Betroffen von der Polizei auch noch an Ort und stelle in Handschellen geworfen und dann geht es ab in die nächste psychiatrische Klinik. Dort ist man dann erstmal eingesperrt und wenn man sich auch gar nicht äussert und nichts sagt zu niemanden, dann reicht es den Ärzten aus denjenigen auch einfach nur zu beobachten. Du befindest Dich dann einige Zeit in dieser Klinik und Du benimmst Dich ganz normal aber sie finden immer irgendetwas, dass sie nachher wieder ein Gutachten über Dich erstellen können auch wenn Du gar nichts gesagt hast was nachher in den Gerichtsakten landet und in der Regel ist es negativ.

Ich habe hier in Deutschland nur Ausnahmen an Psychiatern kennengelernt, die wirklich gut sind. Die einfach gut sind und das auch richtig machen und nicht wie die normalen Psychiater in den Kliniken nach der Lehre der Schulmedizin mit diesem ICD-Katalog und ergänzt wird das durch den DSM IV-Katalog. Da sind die ganzen psychiatrischen Diagnosen drin und gemäss dem ist man eigentlich bei allem was man tut krank. Nicht nur wenn raucht oder Drogen nimmt, sondern man ist auch geistig krank, wenn man zu viel Kaffee trinkt.

Soziale ungereimtheiten haben eine unmenge an Diagnosen und so ist es so, dass derjenige der sich durch einen Psychiater untersuchen lässt und dann raus kommt ist hinterher geisteskrank. Die finden immer was. Das ist eine ganz ganz gefährliche Schiene, die sich in der falsch gelehrten Schulmedizin begründet.

Nicht nur der Richter auch der Gutachter kann eine sogenannte Sachverhaltsquetsche ergehen lassen. Da steht dann vorne im Gutachten auch noch der Tatbestand drin und der Begutachtete wundert sich, dass ist doch alles falsch und stimmt doch gar nicht. Das nennt man Sachverhaltsquetsche.

Der Sachverhalt wird so hingebogen, dass man dann hinterher im Ergebnis und im Urteil auch das gewünschte herausbekommen kann. Und diese Sachverhaltsquetsche ist bei Gutachtern deshalb so schlimm, weil die nehmen irgendetwas was der Patient Ihnen mitteilt und hören nicht richtig zu und manchmal wollen diese es auch nicht und schwuppdiewupp steht etwas falsches in diesem Gutachten drin.

Das ist ganz ganz tragisch für den Menschen, weil diese Gutachten durchaus auch wieder von den Gerichten übernommen werden und dann hat man es doppelt gemoppelt falsch. Es bleibt sowohl in der Krankenakte als auch in der Gerichtsakte ein roter Faden der sich konsequent falsch durchfrisst. Das ist ein ganz böser Aktenwurm und wie ich anfangs schon gesagt habe es ist ganz ganz schwer wieder herauszubekommen. Wer dann durch das Gutachten wirklich in die Betreuung kommt, da muss ich sagen, dass ist der beginnende Tod. …

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Postbote Dr. Dr. Gert Postel: „Es gibt auch in der Psychiatrie den Begriff der Normopathie. Wenn man nichts findet, dann hat man es mit Normopathen zu tun.
…Ich habe Leute gesehen bei uns in der Psychiatrie, die sind mit einem Zwangseinweisungsgutachten gekommen, da stand drauf „Verdachtsdiagnostisch handelt es sich um einen Aktualkonflikt“. Wenn ein Arzt bescheinigt, das der Patient infolge seiner Erkrankung sich selbst oder andere erheblich gefährdet, dann ist der Richter nur noch Schreibgehilfe des Arztes.
Wenn Sie in der Psychiatrie auf einer geschlossenen Station sind, dann ist egal was Sie tun, dann ist jedes Handeln sozusagen Diagnosebestätigend. Sagen Sie ja ich bin krank, dann ist die Sache klar. Sagen Sie ich bin nicht krank, dann sind Sie nicht Kranheitseinsichtig. Das ist ein Teufelskreis. …“

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