Sammelbecken der extremen Rechten, "Münchner Bürgerverein e.V."

Sammelbecken der extremen Rechten
München, 23. März 1977: 17 hochrangige Münchner Persönlichkeiten versammeln sich, um eine kommunalpolitisch aktive Vereinigung ganz rechts außen zu bilden. Inzwischen agiert der „Münchner Bürgerverein e.V.“ seit 30 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt.
Der auf den Namen „Münchner Bürgerverein (MBV) e.V.“ getaufte Verein tritt nach seiner Gründung dem Dachverband Deutscher Bürgervereine bei. Erster Vorsitzender wird der Arzt Dr. med. Willy Seuß und Ministerialdirigent a.D. Dr. Erich Gerner und der damalige Oberstaatsanwalt Dr. Fritz Decker seine Stellvertreter. Auch Herbert Hertlein (München) wird Vorstandsmitglied, er ist daneben im neonazistischen „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“ (DKEG) aktiv, das von München aus wirkt.
Der MBV ist spätestens 1997 ein attraktives Sammelbecken der extremen Rechten geworden. Von der Öffentlichkeit ziemlich unbemerkt, treffen sich beim MBV Personen wie Gudrun Burwitz (Fürstenried), die lange Spitzenfunktionärin der „Stillen Hilfe“ war, einer Hilfsorganisation für geflohene, untergetauchte und inhaftierte NS-Kriegsverbrecher. Burwitz , die Tochter von Heinrich Himmler, ist bis heute international in Alt- und Neonazikreisen umtriebig.
Dem MBV gehört auch Prof. Richard W. Eichler (München) an. Eichler ist eine herausragende Figur der deutschen Neonaziszene. Der Kunsthistoriker hetzt gegen „entartete Kunst“ und sein Engagement für den NS-Künstler Arno Breker dankte ihm das „Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes“ (DKEG) schon 1969 mit der Verleihung des Schillerpreises. Als Referent trat und tritt Eichler bei vielen ultrarechten Vereinigungen auf, u.a. bei der „Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft“ (SWG) (Hamburg), den Münchner Burschenschaften Danubia und Arminia-Rhenania, bei der Burschenschaft Frankonia (Erlangen), beim DKEG, beim Verein „Dichterstein Offenhausen“ und der österreichischen extrem rechten „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“. Mit Karl-Günther Stempel publizierte Eichler gemeinsam im extrem rechten „Hohenrain-Verlag“ (Tübingen). Eichler-Artikel druckten auch die extrem rechten Zeitschriften „Eckartschriften“, „Nation und Europa“, „Junge Freiheit“, „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ und „Deutsche Geschichte“.

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