Unseriöse Anwälte nutzen Notlagen aus, Mit der Krise schnelles Geld verdienen, Frontal21, 08.12.2009

Unseriöse Anwälte nutzen Notlagen aus, Mit der Krise schnelles Geld verdienen, Frontal21, 08.12.2009
Von einer „Klageindustrie“ sprechen Insider. Profitgierige Rechtsanwälte drängen Anleger, die in der Finanzkrise alles Ersparte verloren haben, zu klagen. Nicht der Erfolg für den Mandanten ist das Ziel, sondern das schnelle Geld. Häufig werden miserabel vorbereitete Klagen der „schwarzen Schafe“ unter den Anwälten von den Gerichten abgewiesen. Viele seriöse Anwälte fürchten bereits um den Ruf der Zunft.
Der frühere Bundesinnenminister und Rechtsanwalt Gerhart Baum erklärt im Interview mit Frontal21: „Es ist schlimmer geworden. Das hat damit zu tun, dass sehr viele Menschen geschädigt worden sind, und mit dem Konkurrenzdruck in der Anwaltschaft“. Es sei ein Markt entstanden, auf dem Anwälte das schnelle Geld verdienen wollen.Sie scheinen zu den wenigen Gewinnern der Finanzkrise zu gehören.
Mit der Finanzkrise verloren viele geprellte Anleger Milliarden Euro beim Zusammenbruch von Fonds und Banken oder durch Immobilien, die sich im Nachhinein als Schrott erwiesen. Suchen die Betroffenen rechtliche Hilfe, landen sie häufig bei sogenannten Anlegerschutzvereinen oder Interessengemeinschaften geschädigter Anleger, von Strohmännern einzelner Anwaltskanzleien gegründet.
Drückerkolonnen und Adresshandel: Ein Insider aus dem Gewerbe schildert gegenüber Frontal21, dass Rechtsanwälte im Stil von Drücker- Kolonnen professionell werben ließen und für jeden neu geworbenen Mandanten Provision zahlen: „Es gab also zum Beispiel Erfolgsprämien für eine bestimmte Anzahl von Rechtschutzmandaten. Weil die Rechtschutzmandate schnelleres Geld brachten als wenn einer keine Rechtschutzversicherung hatte. Es wurden für bestimmte Dinge eben Erfolgszahlen vereinbart.“ … Ein wirksamer Schutz vor unseriösen Anwälten: bisher Fehlanzeige.

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