Urteil in Dresden: Zerstückelte Leiche – Kripobeamter wegen Mordes verurteilt , 01.04.2015

Urteil in Dresden Zerstückelte Leiche – Kripobeamter wegen Mordes verurteilt, Sueddeutsche Zeitung, 01.04.2015

In dem bizarren Fall eines Mannes, der sich offenbar auf eigenes Verlangen zerstückeln ließ, hat das Landgericht Dresden den Angeklagten wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der 57-jährige ehemalige Polizeibeamte Detlev G. und sein Opfer, ein Geschäftsmann aus Hannover, hatten sich 2013 in einem „Kannibalen“-Internetforum kennengelernt.

Die Hintergründe des grausigen Falles sind kaum nachzuvollziehen. Selbst der Verteidiger sprach von einem „abstoßenden“ Geschehen, plädierte aber auf Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer zehneinhalb Jahre Haft gefordert – statt wie bei Mord üblich eine lebenslange Haftstrafe.

 Der Fall ist bizarr: Ein Kriminalist zerstückelt die Leiche eines Geschäftsmannes aus Hannover. Sein Opfer Wojciech S. träumte offenbar davon, geschlachtet und verspeist zu werden. Über ein „Kannibalen“-Internetforum lernte S. 2013 Detlev G. kennen. Das Landgericht Dresden musste nun entscheiden: Hat der Angeklagte den Geschäftsmann getötet, bei dessen Suizid geholfen oder „nur“ dessen Leiche zerstückelt? War es also Mord oder nicht?

Ja urteilte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand am Mittwochvormittag. Der Beamte sei des Mordes und der Störung der Totenruhe schuldig, er muss nun acht Jahre und sechs Monaten ins Gefängnis. Der Mann habe den 59-Jährigen im Keller seiner Pension im Gimmlitztal im Osterzgebirge getötet, begründete das Gericht. …

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