Wer bei der Polizei in MV Mist baut, wird zum Ausbilder befördert, 14.09.2019

Wer bei der Polizei in MV Mist baut, wird zum Ausbilder befördert, Nordkurier, 14.09.2019

Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut Innenminister Lorenz Caffier eine „Auseinandersetzung in der Häuslichkeit zweier Polizeibeamter“. Ein Polizist soll gewalttätig gegen eine frühere Lebensgefährtin geworden sein. Obwohl die gemeldete Tat bei der Polizei aktenkundig geworden sein soll, sollen die drei Beamten dafür gesorgt haben, dass keine Ermittlungen aufgenommen wurden. Der Innenminister selbst hatte im Jahr 2017 von den Vorfällen erfahren.

…Dass das Innenministerium mögliche Vertuschungen durch polizeilichen Führungskräfte durchaus eher entspannt sieht, wird auch daran deutlich, dass einer der beschuldigten Polizisten mittlerweile versetzt worden ist – er fungiert jetzt nach Informationen des Nordkurier als Ausbilder im Polizei-Studiengang an der Fachhochschule Güstrow. Nicht das erste Mal, dass ein umstrittener Beamter dort Karriere macht. Bereits im Jahr 2014 kam ein wegen Körperverletzung vorbestrafter Polizist als Dozent nach Güstrow.

Die Versetzung im aktuellen Fall, so versichert das Innenministerium auf mehrmalige Nordkurier-Nachfragen, sei aber „bereits vor Bekanntwerden der Geschehnisse und vor der Anzeigenerstattung erfolgt und stand also damit nicht im Zusammenhang“.

Eine Aussage, die auf äußerst wackligen Beinen steht. Denn nach Recherchen des Nordkurier wurde der leitende Polizeibeamte im September 2017 an die Fachhochschule versetzt. Just in diesem Monat starteten auch die Ermittlungen gegen den Beschuldigten. Nur ein zeitlicher Zufall? Möglich. Allerdings: Die Anzeige selbst wurde laut Staatsanwaltschaft Rostock bereits „eine Weile zuvor“ erstattet – also auf jeden Fall vor der Versetzung im September 2017.

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