„Wie auf See so vor Gericht. Das zweifache Sterben des Marinesoldaten Scheffelmeier“, 06.03.2012

Wolfgang Scheffelmeier klagt um Gerechtigkeit für toten Sohn
21-jähriger Marinesoldat starb vor zehn Jahren bei Manöver in der Ostsee

httpv://www.youtube.com/watch?v=GFsCtbqL8n0

Bis heute kein Schuldspruch

Doch unterkriegen lässt sich Wolfgang Scheffelmeier nicht. Er schaltet einen Anwalt ein, der die Akten über die Ereignisse anfordert; eine jahrelange Odyssee durch die deutsche Gerichtsbarkeit beginnt. Einen Schuldspruch gibt es bis heute nicht. „Erst im Nachhinein ist mir bewusst, was wir alles aufs Spiel gesetzt haben“, bewertet Scheffelmeier heute seinen kostspieligen und psychisch aufreibenden Weg durch die Instanzen.

„Ich wollte einen Schuldspruch“, dieser Gedanke trieb ihn immer wieder an. Warum der Kommandant der „Mecklenburg-Vorpommern“, Frank Menge, kein Rettungsboot zu Wasser ließ, um die jungen Soldaten zu bergen, kann der Vater bis heute nicht nachvollziehen. Doch ein Strafverfahren wurde gegen Zahlung eines Bußgeldes eingestellt. Zivilprozesse hatten ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg.

Dass es dennoch viele Ungereimtheiten in dem Fall gibt, davon zeigte sich der NDR-Journalist Michael Schmidt überzeugt, der ein ganzes Buch über den Fall schrieb: „Wie auf See so vor Gericht. Das zweifache Sterben des Marinesoldaten Scheffelmeier“. Darin stellt Schmidt zu den Prozessen und den Umständen der Kenterung fest: „Dass ihre Ausrüstung mangelhaft war, dass Rettungsboote nicht zu Wasser gelassen wurden, dass Hilfe aus der Luft erst nach 36 Minuten kam, spielte bei keiner Verhandlung eine Rolle.“

Deshalb gibt Wolfgang Scheffelmeier nach wie vor nicht auf und versucht erneut, einen Zivilprozess vor dem Bundesgerichtshof zu erzwingen. „Es ist die einzige Chance, was für Sammy zu machen.“ Dass dies sein muss, daran lässt der Vater keinen Zweifel, denn: „Er hat gelitten wie ein Hund.“

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