Katastrophale Zustände im Kasseler Gefängnis? Stationen ohne Wachbeamte?

Kassel. Die Probleme in der Justizvollzugsanstalt Kassel-Wehlheiden I gehen offensichtlich weiter, 30.05.2012
Nach unserer Berichterstattung über Missstände im Gefängns bestätigen JVA-Bedienstete mit neuen Aussagen die Vorwürfe: Das Wachpersonal sei hoffnungslos unterbesetzt.

Am Dienstag seien vier der 16 Gefängnis-Stationen nicht mit Beamten besetzt gewesen. Eine Station sei allein von einer weiblichen Auszubildenden betreut worden. Der Außen-Sport sei wegen Personalmangels abgesagt worden – die Beamten befürchten jedoch Probleme, wenn Strafgefangene ihre Aggressionen nicht mit Sport abbauen können, sondern lange in den Zellen eingeschlossen sind.

Die Vorwürfe werden von Kasseler Rechtsanwälten, die häufig Mandanten besuchen, bestätigt. Der Jurist Knuth Pfeiffer sagt, die „rudimentäre Personalbesetzung“ führe dazu, dass die Gefangenen am Wochenende in der Regel 23 Stunden pro Tag eingeschlossen bleiben. Pfeiffer: „Wenn da einer durchdreht und es passiert etwas, wer will dann helfen?“ Der Personalmangel sei daher „gefährlich“. Er kennt auch einen Fall, in dem ein junger, engagierter JVA-Bediensteter nervlich früh am Ende war: „Der Mann hat mit 35 Jahren das Handtuch geworfen“, sagt Pfeiffer.

Hilferuf aus der Justizvollzugsanstalt I in Wehlheiden: Die Zustände seien so katastrophal, dass eine ordnungsgemäße Bewachung der Gefangenen kaum möglich sei. Das beklagen Justizvollzugsbeamte, 29.05.2012

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