18-Jährige gefoltert und geköpft – Richter lassen die Täter laufen, 21.12.2000

18-Jährige gefoltert und geköpft – Richter lassen die Täter laufen, 21.12.2000
Die bildhübsche Schülerin Anna, 18. Ihre Mörder folterten sie im Juli 1992 bestialisch, überfuhren sie mehrmals mit einem Auto, schlugen ihr dann mit einem Säbel den Kopf ab. Zwei der Täter wurden vom Landgericht wegen Mordes verurteilt, doch beide sind frei. Wie versteinert sitzt Annas Mutter im Gerichtssaal. Tatiana P., 49, hört den Richterspruch:
Gegen Rodion L., 28, sechs Jahre und neun Monate Haft, gegen Isor N., 27, sechs Jahre Haft. Genau diese Jugendstrafen waren bereits im ersten Prozess 1998 gegen die beiden Angeklagten verhängt worden. Annas Mutter kämpfte wie eine Löwin, legte erfolgreich Revision ein. Nun urteilten die Richter: „Die Angeklagten waren keine Gehilfen, sie waren Mittäter.“ Beide waren dabei, als Anna in einem Waldstück bei Oranienburg ermordet wurde. Wer sie schließlich tötete, ist bis heute unklar. Trotz der bestialischen Tat ließen die Richter beide Täter frei. Wie N., der schon seit Jahren in Freiheit ist und bei einem Rechtsanwalt arbeitet, erhielt nun auch L. Haftverschonung. Der Richter: „Er hat im Prozess Einsicht gezeigt und saß fast vier Jahre in Untersuchungshaft.“ Annas Mutter ist fassungslos: „Die Täter sind mit Samthandschuhen angefasst worden.“ Der Mord an der Weißrussin Anna – er geschah aus Geldgier. Von Konten reicher Unternehmer buchten die Angeklagten und ihre Komplizen mit gefälschten Überweisungen Gelder auf Annas Konto um. Als Annas Mutter dahinter kam, löste die Charlottenburger Schülerin das Konto auf. Eine Summe von 87000 Mark, die noch zu ihr unterwegs war, ging zurück. Die Gauner glaubten Anna nicht, dass sie das Geld nie bekommen hatte.

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