Anwalt veruntreut Mandantengeld von Salzburger Friseurin, 15.03.2006

Anwalt veruntreut Mandantengeld von Salzburger Friseurin, 15.03.2006
Anwälte haben es seit dem Fall Friedrich Lorenz, der mit veruntreuten Millionen untergetaucht ist, nicht leicht. Jetzt ist wieder ein Anwalt ins Zwielicht geraten. Eine Salzburgerin Friseurin fiel nämlich um eine Zahlung um, die sie bei einer säumigen Kundin eingeklagt hat. Die aber hatte längst ihre Rechnung beglichen, dennoch bleibt das Geld spurlos verschwunden. Nachforschungen ergaben, dass es sich dabei möglicherweise um gar keinen Einzelfall handelt . . .
Es begann im Oktober vor drei Jahren. Damals suchte eine Kundin den Hairstyling-Betrieb von Sonja Höhenwarter an der Alten Aignerstraße in Salzburg auf. „Es ging um eine aufwendige Haarverlängerung“, berichtet die Friseurin. 5130 Schilling machte damals die Rechnung aus. Kosten, welche die Kundin aber zunächst nicht begleichen konnte oder wollte. „Ich wandte mich an eine Rechtsanwaltskanzlei“, erzählt Sonja Höhenwarter weiter. „Dann hörte ich aber ewig nichts mehr.“Irgendwann rief die Salzburgerin an um zu erfahren, wie denn der Stand der Dinge sei. „Ich wurde richtiggehend abgewimmelt. Sinds nicht so lästig, wurde mir gesagt, wir kümmeren uns schon darum.“ Am 28. Mai 2002 (!) erhielt die Friseurin schließlich ein Schreiben, dass die „gegenständliche Forderung als uneinbringlich auszubuchen“ sei. Nachsatz: Man bedaure, keine bessere Mitteilung machen zu können und danke . . .
„Ich habe das nicht eingesehen“, sagt Höhenwarter. Sie beauftragte ein Detektivbüro. Angeblich sei ja auch der Aufenthaltsort der Schuldnerin nicht mehr zu ermitteln gewesen. Rudi F. von der Agentur „Condor“: „Wir haben die säumige Zahlerin aufgetrieben.“ Und die fiel aus allen Wolken: „Ich habe schon längst bezahlt.“ Und sie präsentierte einen Einzahlungsschein von der Postsparkasse (der „Krone“ liegen sämtliche Dokumente vor).
„Ich habe jetzt Strafanzeige wegen Veruntreuung erstattet“, sagt Sonja Höhenwarter. Auch die Rechtsanwaltskammer wird jetzt informiert. Denn die Friseurin hat nie etwas von der eingetriebenen Schuld zu Gesicht bekommen . . .
Detektiv Rudi F. glaubt an keinen Einzelfall: „Diese Sache können wir hieb- und stichfest beweisen. Aber wir forschen weiter. Es dürfte da noch weitere ungeklärte Dinge geben . . .“

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