Fall Probst: Krebsforscher aus Bayern auf der Flucht, 04.01.2020

Im Juli 2018 wird der Münchner Arzt Dr. Reinhard Probst wegen einer angeblichen manischen Psychose unter eine sogenannte Betreuung – früher Entmündigung genannt – gestellt. Im Rahmen der Betreuung wird seine Praxis fast vollständig zerstört, er muss ins Ausland fliehen und Krebspatienten, die von seiner alternativen Krebstherapie abhängig sind, sterben.

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Verfolgung und Verurteilung von Dr. Krois:

Mein Buch „Heilungs-Chancen bei Krebs“ erschien im Oktober 2004 bei Langen-Müller-Herbig.
Danach mehrten sich Angriffe gegen mich. Zunächst wurde ich ohne mein Wissen aufgrund von Anzeigen „feindlicher“ Onkologen vom Gesundheitsministerium zwei Jahre lang „observiert“ und schließlich mit einem Anklagepaket konfrontiert, deren Anklagepunkte sich als haltlos erwiesen und bereits in erster Instanz, einer in zweiter Instanz, abgewiesen wurden.

In der späteren Verhandlung vor der oberen Instanz der Ärztekammer kam dann heraus, worum es wirklich ging. Das mündliche Urteil lautete:

Sie müssen alles in Ihrer Macht Stehende tun, einen Patienten der richtigen Therapie zuzuführen. Der Umstand, dass Sie die Patientin überhaupt angenommen haben, beweist, dass Sie NICHT alles getan haben, sie der richtigen Therapie zuzuführen.
(Gemeint ist natürlich die „schulmedizinische“ Therapie; Bezug genommen wurde dabei auf die Behandlung, welche der Onkologe in der öffentlichen Verhandlung als die richtige angegeben hatte. Dort wurde der Patientin jedoch das Recht eingeräumt, die „richtige“ Behandlung abzulehnen.)

(Das zitierte mündliche Urteil der Ärztekammer bedeutet im Grunde, dass wir keine ärztliche Freiheit mehr haben. Es bedeutet, dass eine Patientin zwar vom Gesetz her das Recht, ja sogar die Pflicht hat, sich ihre Therapie auszusuchen, dass der Arzt jedoch nicht mehr das Recht hat, sie ihr zu geben. Ich würde mich somit nur dann medizinisch korrekt verhalten, wenn ich jeden Patienten, der mich aufsucht, zurück zur „Schulmedizin“ schicke.)

Dies wollte ich natürlich schriftlich haben. Nach Ablauf von einem Jahr urgierte ich. Nach etwa zwei Jahren bekam ich endlich das schriftliche Urteil. Ich hatte natürlich erwartet, dass das mündliche Urteil dort in irgendeiner Weise niedergeschrieben wäre, damit ich dagegen Einspruch erheben kann. Aber das war nicht so. Es war ihnen wohl auch klar, dass dies nicht haltbar gewesen wäre. Man erstellte vielmehr eine juristische Meisterleistung von 7 Seiten, wo alles und nichts in einer Weise ausgedrückt wurde, dass es keinen Sinn hatte, zum Höchstgericht zu gehen. Grundtenor: Nach all den Verhandlungen und Abwägung von Beweisen ist man zum Schluss gekommen, dass ich schuldig sein müsse.

Ich weiß jetzt, wie es Verurteilten geht. Ein Verurteilter muss sehr viel mehr an Größe aufbringen, als man einem Normalbürger zumuten kann, damit der Schuldig-gesprochene der Gesellschaft die Strafe verzeiht, die sie ihm auferlegt.

Dr. Kroiss: Am 02.05.2005 fand also die „Verhandlung“ statt. Kurz gesagt: Das Urteil war bereits fix und fertig geschrieben und lautete „schuldig“. Es lag am Ende – für uns natürlich überraschend (denn ich hatte ja gerade erst zum ersten Mal ausgesagt) – in der endgültigen Fassung vor, die dann verlesen wurde. Während der „Verhandlung“ wunderte ich mich noch, warum man mich nicht über alle Punkte befragte. Speziell wurden ein paar Dinge bei der Befragung durch den Richter ausgelassen, die jedoch bereits im vorgedruckten Urteil standen („könne alles heilen“). Ich wunderte mich auch, warum – nach meiner Beobachtung – die Beisitzer (Richter) zum Beispiel die Aussage des Hausarztes gar nicht kannten. Auch der Richter fand sie nicht in seinen Akten, wo sie zweifellos war, denn wir hatten sie schriftlich vorgelegt. Ich gab ihm eine Kopie, die ich mitgebracht hatte.
Stattdessen wurde ein fertig geschriebenes Urteil verlesen. …
Dass so etwas in einem Rechtsstaat möglich wäre, hätte ich mir allerdings niemals gedacht. Es ist mir wenigstens eine Ehre, dass man mich offenbar zum Kreis derjenigen zählt, die als „gefährlich“ genug gelten oder galten, dass sie deswegen attackiert oder gar ruiniert wurden, …“
http://kroisscancercenter.com/aktuell/index.html

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