Prügel-Vorwürfe gegen Münchner Polizei, Polizeipräsident nennt Faustschlag konsequent, Danach Hausdurchsuchungen beim Opfer,15.02.2013

Prügel-Vorwürfe gegen Münchner Polizei, süddeutsche.de, 15.02.5013

Prügel-Vorwürfe gegen Münchner Polizei Innenminister entzieht Präsidien interne Ermittlungen, süddeutsche.de, 20.02.2013

Der Münchner Polizeipräsident hat den Beamten verteidigt, der eine gefesselte Frau geschlagen hat. Das sei „für ihn die konsequente Vorgehensweise“ gewesen. Die Frau fühlt sich von der Polizei verfolgt. Beamte durchsuchten ihre Wohnung.

…Die 23-Jährige, der ein Polizist Mitte Januar Nasenbein und Kieferhöhlenboden gebrochen hatte, sieht sich derweil von der Polizei schikaniert: Am Dienstag drangen nach Angaben ihres Anwalts acht Polizisten in die Wohnung der 23-Jährigen ein, weil angeblich Hilferufe zu hören gewesen seien. Am Freitag seien, berichtet der Anwalt, dann sieben Mann und ein Hund um 6 Uhr früh zur Wohnungsdurchsuchung erschienen und hätten die Frau gezwungen, eine Haarprobe für einen Drogentest im Institut für Rechtsmedizin abzugeben.

„Die Maßnahmen sind völlig unverhältnismäßig, offenbar will man meine Mandantin zermürben“, sagt Anwalt Franz J. Erlmeier. Augenscheinlich, klagt der Anwalt, gehe es den Ermittlern „darum, meine Mandantin in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken und damit den Tatvorwurf der massiven Körperverletzung durch zwei Fausthiebe seitens des Polizeibeamten zu bagatellisieren“.

Die Frau war am 20. Januar nach einem Streit mit ihrem Freund auf die Wache in der Au gebracht worden. Sie wurde dort mit den Händen auf dem Rücken gefesselt und von mehreren Beamten auf der Pritsche einer Haftzelle niedergedrückt. Die Frau spuckte aus Wut einen Beamten an. Dieser soll ihr einen oder zwei Faustschläge ins Gesicht versetzt haben. Die Frau habe zu einem Kopfstoß gegen ihn angesetzt, es sei Notwehr gewesen, sagte der Beamte.

…Bereits am Faschingsdienstag waren acht Beamte in der Wohnung der Frau aufgetaucht. Die Polizei teilte mit, ein Bewohner des Mehrfamilienhauses habe laute Schreie und Gepolter gehört, zudem habe eine Frau „Hör auf!“ gerufen. Daraufhin habe man drei Streifenwagen zu dem Haus geschickt. Erst vor Ort hätten die Beamten von der Wohnungsinhaberin erfahren, um wen es sich bei ihr handele. Die 23-Jährige berichtete ihrem Anwalt dagegen, sie habe ihre Nachbarn gefragt: Keiner habe Hilferufe gehört, keiner die Polizei alarmiert.

Die Polizei reagierte auf diese Darstellung des Anwalts mit schriftlichen „Richtigstellung“. Demnach haben die Beamten die 23-jährige am Faschingsdienstag „sichtlich“ aufgewühlt und zitternd angetroffen, als diese die Tür öffnete: „Sie zwängte sich durch Türspalt und lehnte die Tür gleich wieder an. Bei einer Befragung sagte sie, dass in ihrer Wohnung kein Streit gewesen wäre und sie allein sei.“ Als eine Polizistin die Tür aufgeschoben habe, hätten die Beamten jedoch einen Mann im Flur bemerkt und die Wohnung betreten, „um die mitgeteilte Gefahrensituation“ abzuklären. Die Frau und der Mann versicherten daraufhin, sie hätten nicht gestritten.

Teilen auf:
Dieser Beitrag wurde unter Alle Artikel, Hausdurchsuchungen, Polizei veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.