Unschuldiger vier Jahre in Haft?

Unschuldiger vier Jahre in Haft?
Prozeß um möglichen Justizirrtum. Ehemann soll Polizistin fast erdrosselt haben. Er spricht von „Betrug“.
Gestern hat vor dem Landgericht Mannheim das mit Spannung erwartete Wiederaufnahmeverfahren begonnen. Wörz, ein Installateur und Bauzeichner aus Birkenfeld bei Pforzheim, stritt erneut alle Vorwürfe ab.
Er war 2001 aus dem Gefängnis entlassen worden, obwohl das Mannheimer Landgericht zweimal eine Wiederaufnahme ablehnte.
Schließlich entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, den Fall neu aufzurollen.
Pikant: Zuvor waren die Opfer-Eltern mit dem Versuch gescheitert, 150 000 Euro Schadenersatz einzuklagen.
Vielmehr übte das Zivilgericht scharfe Kritik an dem Urteil von 1998. Die Zivilkammer des Karlsruher Landgerichts fand „keine überzeugenden Indizien“, daß Wörz der Täter ist.
Der Vorsitzende Richter Wolf-Rüdiger Waetke rügte nicht nur das Strafgericht, sondern auch die Arbeit der Ermittler. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß in manchen Punkten nicht objektiv ermittelt wurde.“

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