80% der psychologischen Gerichtsgutachten in Österreich mangelhaft, 24.03.2016

Der Normalbürger glaubt, dass er sich auf Gerichtsgutachten verlassen kann. Doch Experten darunter der emeritierte Innsbrucker Neurologie- Chef Franz Gerstenbrand rütteln an diesem Bild. Auch eine Studie, die bei einer Podiumsdiskussion zur Sprache kam, besagt: 80 Prozent der Gutachten sind mangelhaft.

…Kanetscheiders Kampf ist einer von fünf Fällen, den der Wiener Autor Franz Fluch im „Schwarzbuch Versicherungen“ auflistet. Fluch ist Gründer der Parlamentarischen Bürgerinitiative für Unfallopfer. Diese initiierte kürzlich in Wien eine Podiumsdiskussion. Kanetscheider war Ehrengast, auch die Bundespräsidentschafts- Kandidatin Irmgard Griss (einst OGH- Präsidentin) zeigte Engagement.

Professor Gerstenbrand bemängelte die schlechte Qualität: „Die meisten Gutachter betrachten ihre Tätigkeit als leicht verdientes Zubrot.“ Meist stelle die Anzahl der Seiten das Maß dar, diese würden mit Befunden oder Vorgutachten gefüllt.

Erschreckend sei zudem, dass sich häufig eine persönliche Beziehung zwischen Gutachter und Richter entwickle („Seilschaften“).

Der Innsbrucker Gerichtsgutachter Klaus Burtscher schließt sich an: „Fragwürdig ist, dass Richter die Sachverständigen aussuchen können, die ihnen am besten zu Gesicht stehen.“

Die Bürgerinitiative kämpft für eine Qualitätskontrolle, bemängelt auch, dass AUVA- Ärzte Gutachter seien, wobei auch die AUVA z. B. nach Arbeitsunfällen zahlen müsse ein Interessenskonflikt! Doch der Sektionschef im Justizministerium, der Tiroler Georg Kathrein, schrieb: Österreich habe im Vergleich ein hoch entwickeltes System.

 

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