Doku 37 Grad – Betrug im weißen Kittel als Psychologin, 26.07.2017

Und das interessante ist doch, dass kein Hochstapler im Bereich der Psychiatrie oder Justiz jemals aufgrund fachlicher Mängel aufgefallen ist und zwar selbst dann nicht, wenn man direkt mit Hauptschulabschluss bei der Staatsanwaltschaft angefangen hat und sich vorher nie mit Recht beschäftigt hat.

Doku 37 Grad – Betrug im weißen Kittel, 26.07.2017

Alexandra B. ist geständig, dennoch verurteilt sie das Landgericht Berlin im Oktober 2016 wegen Betrugs und Missbrauchs von Titeln zu drei Jahren und sieben Monaten Gefängnis.

…Erst spät beginnt sie zu studieren, Sozialpädagogik, doch das Studium an der Fachhochschule schließt sie nicht ab. Mit 32 Jahren meint sie, es sei an der Zeit, etwas vorzuweisen: ein Beruf mit Prestige und entsprechendem Einkommen, gekrönt von einem Doktortitel.

„Adrenalin schoss durch meinen Körper und mein Gehirn, ich wollte diese kleine Abkürzung ‚Dr.‘ vor meinem Namen haben.“ Kurzerhand fälscht sie Hochschulabschlüsse und Promotionsurkunden.

Zunächst läuft alles gut. Sie arbeitet in einer psychiatrischen Klinik in Remscheid als promovierte Psychologin. Als sie nach zwei Jahren kündigt, erhält sie von ihrem Chef ein gutes Zeugnis. Alexandra geht nach Berlin. Psychologin war gut, Psychiaterin ist besser.

Im Krankenhaus des Maßregelvollzugs findet sie eine neue Anstellung. Alles läuft wie am Schnürchen. Sie arbeitet im Lauf der Zeit noch in verschiedenen Kliniken, am Ende sogar als Oberärztin in einer Reha-Klinik. Ihre Dreistigkeit beim Fälschen allerdings bringt sie schließlich zu Fall. Es kommt zu einem Prozess. Bis dahin hat sie sich niemandem anvertraut, nicht einmal ihr Ehemann weiß, wer Alexandra wirklich ist. …

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